ECE Retail Insights, November 2018

„Es bleibt spannend!"

Interview mit Katrin von Soosten

Katrin von Soosten

Angesichts der sich verändernden Strukturen im Handel und des Wandels im Konsumverhalten beschreitet die ECE neue Wege. Katrin von Soosten ist auf der Suche nach innovativen Ideen und Konzepten. Im Interview erzählt sie von neuen Mietern und Formaten.

Die ECE will den Fokus ihrer Vermietungsaktivitäten ausweiten. Was heißt das konkret?

Die Digitalisierung hat die Einkaufswelt verändert und wir bei der ECE setzen uns sehr intensiv mit den veränderten Ansprüchen der Konsumenten auseinander. Unsere Shopping-Center müssen künftig mehr bieten als ein reines Shoppingerlebnis  und ich suche daher nach innovativen Ideen und Konzepten  außerhalb des klassischen Retails. Im Fokus steht hierbei insbesondere der Bereich Freizeit & Unterhaltung, da diese beiden Industrien zunehmend verschmelzen – und diese echten  Erlebnisse mit Familie und Freunden nicht digitalisiert werden können. Darüber gibt es viele spannende Trends und Themen in anderen Bereichen, wie zum Beispiel Gesundheit, Mobilität oder auch Pop-up Formate.

Kannst Du Beispiele zu aktuellen Projekten geben?

Die Bandbreite der Projekte ist sehr groß – von Indoor Spielplätzen über Escape Rooms und Virtual Reality Games bis hin zu Attraktionen wie Indoor Skydiving oder Indoor Surfing. In der Waterfront in Bremen hat im September mit dem JUMP House der erste Trampolin-Park in einem deutschen Shopping-Center eröffnet. Im MyZeil schaffen wir mit „Foodtopia“ eine komplette Etage nur für Freizeit und Gastronomie. Und auch beim Refurbishment der Potsdamer Platz Arkaden in Berlin sind diese Themen zentraler Bestandteil der Revitalisierung.

Welche Herausforderungen bringt diese Neuausrichtung mit sich?

Ein wohl kuratiertes Angebot erfordert eine übergeordnete Strategie für unsere Shopping-Center mit einem individuellen Mix aus Retail, gastronomischen Angeboten und Entertainment. Hier müssen wir uns zum Teil auf ganz andere technische Anforderungen einstellen, so erfordern einige der Konzepte teilweise sehr große Flächen und Deckenhöhen. Darüber weiten wir unser Geschäft auf die Abendstunden und das Wochenende aus – mit Implikationen auf z.B. die Öffnungszeiten unserer Shopping-Center.

Warum lohnt sich dieser Aufwand?

Wir wollen proaktiv an die sich verändernden Marktbedingen und Konsumgewohnheiten herangehen und schauen  dabei nicht nur auf einzelne Flächen, sondern auf die Shopping-Center als Ganzes. Wir wollen Orte für unseren Kunden schaffen, die für sie einen Wert haben und für echte Emotionen, Erfahrungen und Erlebnisse stehen. Die ersten Schritte auf dieser Reise haben wir bereits getan und jetzt gehen wir diesen Weg konsequent weiter – es bleibt also spannend!